Null Vertrauen
Zero-Trust-Sicherheit verstehen
Vertrauen ist ein komplexes Konstrukt. Ich vertraue beispielsweise darauf, dass meine Mutter ein perfektes Abendessen kocht, aber ich würde ihr niemals die Netzwerksicherheit anvertrauen. In der Cybersicherheit kann falsches Vertrauen zu erheblichen Schwachstellen führen, weshalb es das Zero-Trust-Modell gibt.
Beispiel aus der Praxis: Die Gefahr impliziten Vertrauens
Einer der bekanntesten Sicherheitsverstöße, bei dem das Fehlen von Zero-Trust-Prinzipien eine Rolle spielte, war der Angriff auf Colonial Pipeline im Jahr 2021. Die Angreifer verschafften sich Zugang über kompromittierte VPN-Anmeldedaten, für die keine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) aktiviert war. Da das Netzwerk authentifizierten Benutzern implizit vertraute, konnten sich die Angreifer lateral bewegen und Ransomware einsetzen, was zu einer weitreichenden Kraftstoffknappheit in den USA führte. Dieser Vorfall verdeutlicht, warum „niemals vertrauen, immer überprüfen“ für die moderne Cybersicherheit so wichtig ist.
Was ist Zero Trust?
Zero Trust ist ein Cybersicherheitsparadigma, das auf dem Prinzip „Niemals vertrauen, immer überprüfen“ basiert. Es stellt sicher, dass Benutzer und Geräte nicht standardmäßig vertraut werden, selbst wenn sie mit einem gesicherten Unternehmensnetzwerk verbunden sind oder zuvor überprüft wurden. Stattdessen muss das Vertrauen kontinuierlich anhand verschiedener Sicherheitssignale bewertet und validiert werden.
Die Grundprinzipien von Zero Trust
Zero Trust wird in NIST SP 800-207 als ein Rahmenwerk definiert, das sich auf den Schutz von Ressourcen durch kontinuierliche Überprüfung konzentriert. Dieses Sicherheitsmodell gilt für:
Identitäts- und Zugriffsmanagement: Sicherstellung einer sicheren Authentifizierung von Benutzern und Geräten.
Netzwerk- und Endpunktsicherheit: Schutz der Kommunikation und Durchsetzung strenger Zugriffskontrollen.
Datenschutz: Sicherstellen, dass sensible Daten verschlüsselt und sicher gespeichert werden.
Kontinuierliche Überwachung: Erkennung von Anomalien und Reaktion auf potenzielle Bedrohungen in Echtzeit.
Wie Zero Trust auf MyQ Roger angewendet wird
Explizite Überprüfung
Die Authentifizierung ist auch auf autorisierten Geräten (Smartphones/Desktops) erforderlich.
Verwendet moderne Authentifizierungsstandards.
Für die Anmeldung bei Mobilgeräten und Multifunktionsdruckern (MFP) wird eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) vorgeschrieben.
OAuth2 Device Flow wird für die Geräteautorisierung implementiert.
Kontinuierliche Authentifizierungsmechanismen verfolgen Änderungen im Benutzerverhalten, um Anomalien zu erkennen.
Zugriffsverwaltung
Die rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) stellt sicher, dass Benutzer nur über die minimal erforderlichen Zugriffsrechte verfügen.
Das Prinzip der geringsten Privilegien wird angewendet, um Sicherheitsrisiken zu reduzieren.
Mikrosegmentierung wird implementiert, um laterale Bewegungen innerhalb des Netzwerks zu begrenzen.
Just-in-Time-Zugriffskontrollen (JIT) passen die Benutzerrechte dynamisch an den Kontext an.
Geräte- und Endpunktsicherheit
Für jeden Gerätetyp werden eindeutige Zugriffstoken ausgegeben.
Transport Layer Security (TLS) ist für die gesamte Kommunikation obligatorisch.
EDR-Lösungen (Endpoint Detection and Response) überwachen und analysieren das Verhalten von Geräten.
Zero Trust Network Access (ZTNA) stellt sicher, dass nur autorisierte Geräte auf bestimmte Ressourcen zugreifen können.
Datenschutz
Alle Daten werden mithilfe verschlüsselter Speicherlösungen sicher gespeichert.
Richtlinien stellen sicher, dass nur autorisierte Stellen auf die Daten zugreifen können.
Data Loss Prevention (DLP)-Lösungen überwachen und verhindern unbefugte Datenexfiltration.
Sichere Enklaven schützen hochsensible Daten vor unbefugtem Zugriff.
Bekämpfung von Cyber-Bedrohungen mit Zero Trust
Zero Trust hilft, die folgenden Bedrohungen zu mindern:
Insider-Bedrohungen: Verhindert, dass Mitarbeiter oder kompromittierte Konten unbefugten Zugriff erhalten.
Credential Stuffing und Phishing-Angriffe: Reduziert die Auswirkungen kompromittierter Anmeldedaten durch kontinuierliche Authentifizierung.
Lateral Movement-Angriffe: Durch Mikrosegmentierung wird verhindert, dass Angreifer sich lateral über Netzwerke bewegen können.
Angriffe auf die Lieferkette: Gewährleistet eine strenge Überprüfung des Zugriffs und der Integrationen von Drittanbietern.
Compliance- und regulatorische Überlegungen
Zero Trust entspricht verschiedenen Cybersicherheitsvorschriften und -rahmenwerken:
ISO 27001: Erzwingt sicheres Zugriffsmanagement und Datenschutz.
DSGVO: Gewährleistet die sichere Verarbeitung und Speicherung personenbezogener Daten.
HIPAA: Schützt sensible Gesundheitsdaten.
NIST Cybersecurity Framework: Bietet Richtlinien für die Implementierung von Zero Trust.
Warum Zero Trust wichtig ist
Die Einführung von Zero Trust minimiert das Risiko von Sicherheitsverletzungen, Insider-Bedrohungen und unbefugtem Zugriff. In einer Zeit zunehmender Cyber-Bedrohungen bietet eine Zero-Trust-Architektur robusten Schutz, indem sie eine kontinuierliche Überprüfung und strenge Zugriffskontrollen für alle Ressourcen gewährleistet.
Durch die Umsetzung dieser Prinzipien gewährleistet MyQ Roger eine sichere, widerstandsfähige und anpassungsfähige Sicherheitsstrategie, die den modernen Best Practices der Cybersicherheit entspricht. Darüber hinaus verbessern kontinuierliche Überwachung, Zugriffskontrollen und Echtzeit-Bedrohungserkennung die Fähigkeit des Unternehmens, effektiv auf sich entwickelnde Cyberbedrohungen zu reagieren.